Sicherheit ist nicht gleich Privatsphäre

Illustration comparing security and privacy, showing a shield with a lock versus a person silhouette with a question mark.

Wenn es um Datenschutz im Internet geht, werden Sicherheit und Privatsphäre oft im selben Zug genannt. Die beiden Begriffe sind jedoch nicht synonym. Wir erklären die Unterschiede.

Privatsphäre und Sicherheit sind eng mit dem Schutz von Daten und Personen verknüpft, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele und setzen unterschiedliche Mechanismen ein.

  • Sicherheit ist eine Eigenschaft von Systemen, bei der es darum geht, etwas vor externen Bedrohungen zu schützen und zu verhindern, dass Unbefugte Zugriff darauf erhalten. Dafür werden unter anderem Verschlüsselung, Firewalls und Authentifizierung eingesetzt.

  • Privatsphäre hingegen können nur Menschen haben, Systeme nicht. Beim Schutz der Privatsphäre geht es darum, die Kontrolle über die eigenen Daten zu haben und zu gewährleisten, dass diese nur im gewünschten Kontext verwendet werden. Mechanismen dafür sind unter anderem Datensparsamkeit und Anonymität.

Kurz gesagt: Die Privatsphäre bestimmt, welche Daten erfasst bzw. weitergegeben werden und unter welchen Bedingungen, während die Sicherheit dafür sorgt, dass diese Daten nicht in die falschen Hände geraten.

Konkrete Beispiele

Ein einfaches Beispiel ist Ihre Haustür: Die Sicherheit wird dadurch gewährleistet, dass sie stabil gebaut ist und über ein Schloss verfügt; die Privatsphäre ist dadurch gewahrt, dass sie blickdicht ist und man sie schliessen kann. Wäre sie transparent, aber abschliessbar, wäre sie zwar sicher, aber Ihre Privatsphäre wäre nicht geschützt. Wäre sie hingegen blickdicht, aber nicht abschliessbar, würde sie zwar (bis zu einem gewissen Grad) Ihre Privatsphäre, aber nicht Ihre Sicherheit schützen.

Ein weiteres Beispiel ist Social Media: Um die Sicherheit Ihres Kontos zu gewährleisten und sicherzustellen, dass niemand darauf zugreifen kann, setzen Sie ein Passwort. Ihre Privatsphäre schützen Sie, indem Sie nur Inhalte hochladen, die Sie teilen möchten, und indem Sie festlegen, wer diese Beiträge sehen kann.

Wie hängen die beiden Konzepte zusammen?

Ist ein Dienst sicher, schützt er bis zu einem gewissen Grad auch die Privatsphäre der Nutzer, indem er deren Daten vor dem Zugriff Dritter bewahrt. Sicherheit allein ist jedoch nicht hinreichend für umfassenden Privatsphäre-Schutz: Welche Daten überhaupt erhoben und zu welchen Zwecken sie vom Dienst-Betreiber verwendet werden, ist ebenso ausschlaggebend.

Beispiel: WhatsApp verschlüsselt Chats, so dass sie sicher sind, aber durch die Identifikations- bzw. Rufnummer-Pflicht sowie die systematische Erhebung und Auswertung von Metadaten ist die Privatsphäre der Nutzer trotzdem erheblich beeinträchtigt.

Ganzheitlicher Privatsphäre-Schutz umfasst also neben technischen Massnahmen wie Verschlüsselung noch weitere Faktoren wie Datensparsamkeit oder die Hoheit über die eigenen Daten. Sicherheit ist somit zwar eine notwendige Voraussetzung, aber kein Garant für umfassenden Privatsphäre-Schutz.

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