Die Online-Privatsphäre lässt sich auf sehr viele verschiedene Arten schützen. Da es so viele Ansätze gibt, lohnt es sich, die Tipps von Personen einzuholen, die sich tagtäglich mit der Materie beschäftigen. Hier folgt Teil 2 der Privatsphäre-Tipps aus dem Threema-Team.
Ad-Blocker installieren: Tools wie uBlock Origin oder Wipr2 blockieren nicht nur störende Werbung, sondern deaktivieren auch invasive Tracking-Skripte. Das schützt Ihre Privatsphäre und beschleunigt das Laden von Webseiten.
Tracker entfernen beim Teilen von Links: Viele Links enthalten sogenannte URL-Parameter oder UTM-Tags, die verraten können, wer den Link geteilt hat und wer ihn anklickt. Diese erkennt man an zusätzlichen Zeichen, Zahlen und Wörtern, die hinter einem Fragezeichen am Ende einer URL stehen. Durch das Entfernen dieser Anhänge bleibt die Weiterleitung anonym. Ein Tool, um Tracker in Links zu entfernen, ist etwa Link Cleaner.
E-Mail-Alias nutzen: Ein Alias ist eine Weiterleitungsadresse, die Ihre echte E-Mail-Adresse verbirgt. So können Sie Dienste nutzen, ohne Ihre Hauptadresse preiszugeben oder auf Spam-Listen zu landen. Häufig empfohlene Tools sind hier SimpleLogin oder addy.io.
Authentifizierungs-Apps statt SMS-Codes nutzen: Mit speziellen Apps müssen Sie Ihre Telefonnummer nicht bei jedem Dienst angeben, was das Tracking-Risiko senkt. Zudem sind App-basierte Codes sicherer, da SMS theoretisch abgefangen werden können. So schützen Sie sowohl Ihre Privatsphäre als auch Ihren Account.
Comaps statt Google Maps: Privacy-orientierte Karten-Apps verzichten auf die lückenlose Überwachung Ihres Standorts und das Speichern Ihrer Fahrten. So können Sie navigieren, ohne dass Ihr Bewegungsprofil in einem zentralen Nutzerkonto hinterlegt wird.
Lokales LLM statt ChatGPT: Anstatt mit einem Server in der Cloud zu interagieren, wird die Abfrage an ein lokales Large Language Model (LLM) auf Ihrer eigenen Hardware gesendet. So verlassen Ihre Texte und Daten nie Ihr Gerät und landen nicht in den Trainingsdaten grosser Tech-Konzerne. Als Alternative bieten sich privatsphärefreundliche KI-Modelle wie Lumo an.
Threema Libre auf einem «de-Googled» Smartphone nutzen: Threema Libre ist eine besonders transparente, quelloffene Version der App. In Kombination mit einem Handy ohne Google-Dienste kommunizieren Sie komplett losgelöst von Big Tech.
Mehrere SIM-Karten nutzen, um Nummern für spezifische Fälle zu trennen: Durch die Nutzung von Dual-SIM oder eSIMs können Sie verschiedene Telefonnummern für unterschiedliche Zwecke verwenden (z.B. privat, geschäftlich oder für Onlinedienste). So müssen Sie Ihre private Hauptnummer nicht überall angeben und reduzieren das Risiko von Spam, Phishing-Angriffen oder Tracking.
Wenn immer möglich im Flugmodus bleiben: Im Flugmodus wird die Verbindung zum Mobilfunknetz unterbrochen, was die Ortung über Funkzellen verhindert. WLAN lässt sich meist separat aktivieren, um dennoch online zu bleiben und über Chat-Apps kommunizieren zu können.
Tracking-Einstellungen am Auto anpassen: Moderne Fahrzeuge sammeln oft standardmässig Daten wie Standorte, Fahrverhalten und App-Aktivitäten. Diese Datenerfassung lässt sich jedoch meist direkt am Infotainment-System, in den Hersteller-Apps oder bei der Smartphone-Verbindung einschränken.
Treueprogrammen vermeiden: Treueprogramme (z.B. Ihrer lokalen Supermarktkette) sammeln detaillierte Daten über Ihr Kaufverhalten im Austausch gegen Rabatte. Durch den Verzicht verhindern Sie, dass ein «gläsernes Bild» Ihres Konsums erstellt wird.
Tracking auf Netzwerkebene blockieren: Mittels DNS-Sperre, z.B. mithilfe eines Tools wie Pi-hole, werden Tracking-Anfragen und Werbungen bereits im heimischen Netzwerk gestoppt, bevor sie Ihr Gerät erreichen. So sind alle verbundenen Geräte im Haushalt gleichzeitig geschützt.
Wie mittlerweile klar sein dürfte, ist der Datenschutz im Internet ein umfangreiches und komplexes Thema, und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Schutz von personenbezogenen Daten zu verbessern.
Gibt es wichtige Tipps zum Datenschutz, die wir übersehen haben? Teilen Sie uns diese gerne über unsere Social-Media-Kanäle mit.